Die Hunterklasse - Hunterreiten in Deutschland


Der Huntercup ist zum beliebten Prüfungsreihe in Hessen geworden. Happy-Hippo-Fotos.de


Seinen Ursprung findet das Hunterreiten im 18. Jahrhundert in England. Das klassische Jagdreiten avancierte zum Vorbild für das Hunterreiten in Nordamerika. Die ersten Versuche, diese Prüfung auf den Turnierplatz zu holen, endeten in einem verkürzten Parcours, der aus einer Geländestrecke hätte stammen können. In den heutigen Prüfungen stehen acht bis zehn Hindernisse, fast immer in Naturfarben gehalten, die im metronomischen Gleichmaß und mit konstantem Sprungablauf überwunden werden sollen. Pferd und Reiter treten besonders gepflegt auf, und das Pferd soll durch seine Aufmachung den Stolz des Reiters unterstreichen und hervorheben.


Heutzutage dienen Hunterprüfungen weltweit als Springprüfungen für Reiter jeden Alters und Ausbildungstandes – in den USA, Kanada, England, Irland, Frankreich, in der Schweiz und seit 2005 auch in Deutschland.

Die Einführung der Hunterklasse in Deutschland hat ganz bestimmte Gründe. Viele Amateurreiter möchten an Springturnieren teilnehmen, wollen als Spät- oder Wiedereinsteiger die Basis des feinen, harmonischen Reitens in einem einfachen, einladenden Parcours zeigen. Sie haben keine Lust, durch einen A-Parcours zu rasen oder dort vielleicht noch gegen Profis anzutreten. Andererseits möchten sie auch nicht gegen Kinder in Klasse E antreten. Die Idee? Eine Prüfung für das Alter 22+, wo Reiter und Pferd für ein harmonisches Absolvieren des Parcours und ein klassisches Auftreten belohnt werden.



Beispiel eines typischen Hunter-Hindernisses - einfach, naturfarben, hier 85cm

Der zu überwindende Parcours (von 75 cm bis zum 105 cm) besteht aus einer freundlichen und einfachen Linienführung, ohne enge Wendungen und knifflige Distanzen. Häufig werden Natursprünge oder Hindernisse mit einer schönen Dekoration aus Strohballen oder Birkenzweigen verwendet.



                                           Ein Musterparcours Hunterklasse 95er (Ralf Feldmann/Quelle: huntercup.de)


Das Reiten gegen die Uhr ist in FN-Hunterprüfungen nicht vorgesehen, vielmehr zählt das gleichmäßige, flüssige Tempo. Die Bewertung erfolgt nicht in Noten, sondern in Punkten von null bis maximal 100. Abzüge gibt es sowohl für Hindernisfehler, als auch für Fehler in der Ausführung. Am Schluss erhält der Reiter ein schriftliches Kurzprotokoll.